Der Johann Casimir Rundweg wurde als Projekt der lokalen Agenda 21 2002 von Friedelsheimer Bürgern angelegt.

Folgen Sie dem Rundweg immer nach der Nummernfolge und den Pfeilrichtungen links, rechts oder geradeaus

1. Ausgangspunkt Weinprobierstand des OVV Ortsverschönerungsverein

gegründet 1976, probieren Sie Weine der Friedelsheimer Weinbaubetriebe und des Weincontors, geöffnet Juni-August Sa/So. ab 18.00 Uhr.

Folgen Sie dem Pfeil nach rechts zur kleinen Brücke am


2. Schwabenbach entlang zum Burggelände Schwabenbach

der Name bedeutet vermutlich » kleiner Bach« (mittelhochdeutsch »swoob« = klein). Die Sandsteinbrücke führte früher zum mittleren Eingang des Wiserschen Schlosses. Schloss und Burg waren ursprünglich von einem umlaufenden Wassergraben umgeben.


3. Burgturm und Mennonitenkirche

Zugang über einen leicht ansteigenden Weg, der über dem früheren Wassergraben zwischen Schloss -und Burgbereich aufgeschüttet wurde. Der Burgturm stammt aus dem 15. Jh. und wurde 1986 frei rekonstruiert. Am Zugang zum Innenhof steht das frühere Südportal des ehem. Wiserschen Schlosses, links davon die Mennonitenkirche, erbaut 1836-1838, im Westen das ehem. überdachte Kelterhaus der Grafen von Wiser. Burgturmbesteigung möglich.

Jetzt geradeaus weiter durch den Schlosstorbogen zur


4. Von Wieser-Straße

genannt nach den letzten Ortsherren von Friedelsheim. Eine herausragende Persönlichkeit dieser Grafenfamilie war die calvinistische Dorothea Gräfin von Degenfeld-Schonburg, verheiratet mit dem katholischen Carl Joseph Graf von Wiser.

Dann nach rechts über die Vogelsberger Str., die Johann-Casimir-Straße und die Maximilianstraße zum Schlossgarten.


6. Rebsortenlehrpfad

Mit 21 weißen und 17 roten Rebsorten aus der Pfalz und anderen Teilen der Welt – von Sibirien bis Südfrankreich – eine einmalige Gelegenheit zur Kostprobe im Herbst.

Über die Bahnhofstr. weiter zur historischen Schmiede.


7. Museumsschmiede, Torbogen, Jagdschlösschen

Der Torbogen wurde von Hans C. Voelcker ursprünglich in der Hauptstraße errichtet, später in der Bahnhofstraße wieder aufgebaut, in der Mitte das Handwerkszeichen eines Wagners (Rad), links im ehem. Lagerhaus der Raiffeisengenossenschaft befindet sich die Museumsschmiede des OVV (Öffnungszeit: jeden letzten Samstag im Monat, 10 – 13 Uhr), rechts das Wohnhaus eines Bauernhofes, im Kern identisch mit dem 1576 für Johann Casimir errichteten Jagdschlösschen, im 18. Jh. Gärtnerhaus, westlich daran das frühere Gewächshaus (Orangerie) der Grafen von Wiser.

Weiter auf der Bahnhofstraße, nach 100 m links zur


8. Ehem. Synagoge

1851 bis 1854 von der jüdischen Gemeinde mit Hilfe von Gönnheimer und Friedelsheimer Bürgern errichtet. Standort über dem Schwabenbach, vermutlich für rituelle Waschungen. Um 1850 lebten in Friedelsheim 64 Juden. 1922 wurde die Synagoge verkauft und in ein Wohnhaus (privat) umgebaut.


9. Bachpädel

Früher konnte durch Pfade (»Pädel«) zwischen Schwabenbach und Hauptstraße bei Unwettern das Regenwasser abfließen, um Überschwemmungen vorzubeugen. Das Pädel führt an den Wingertzeilen entlang an den Lagerräumen des Weincontors vorbei, auf dessen Gelände sich das Geburtshaus des bekannten Friedelsheimer Malers C. Philipp Koester (1784-1851) befindet.

Am Ende des Wingertsweges haben Sie nun die Möglichkeit,

  1. nach links den größeren Rundweg über die Waltershöhe
    • dann rechts zum Baumlehrpfad 9
    • Bouleplatz 10
    • Spiel- und Sportgelände 11
    • vorbei an Feuerwehr und Schule zum Neubaugebiet Rosengarten zu wählen
    oder
  2. direkt zur Nummer 12 nach rechts
    • über eine kleine Steinbrücke
    • durch das sog. »Schmusepädel« zur Hauptstraße
    • dort nach links und
    • nach ca. 30 m über das Neubaugebiet Im Haag und
    • Im Kaisergarten Richtung Kirche

zu gehen.


12. Historischer Kirchenwingert

Der Wingert gehört nachweisbar seit 1463 zur Kirchenpfründe. Er ist mit Rieslingreben bepflanzt. An seinem Ende befindet sich das ehemalige Wachhäusel, mit der Arrestzelle, gegenüber war die ehem. Schule und das Bürgermeisteramt.


13. Protestantische Kirche (seit der Reformation 1556)

Grundsteinlegung vermutlich 1074, älteste urkundliche Erwähnung 1116. De romanische Turm entstand im 11. Jh., der gotische Chor im 14. Jh., das klassizistisches Schiff 1826. Das Wandbild eines Erbärmde-Christus entstand um 1350, Glocken wurden 1450 gegossen (seit 2004 funkgesteuert). In der Kirche befinden sich Grabsteine aus dem 16 Jh. und das Grablege der Dorothea von Wiser. Aus neuerer Zeit stammt der von Prof. G. Rumpf gestaltete Taufstein.


14. Bürgerbrunnen

Seit 2008 steht auf dem Platz zwischen den beiden Kirchen ein Bürgerbrunnen, der von dem Künstlerpaar Barbara und Gernot Rumpf mit ortsbezogenen Elwetritsche-Figuren geschmückt ist.

Weiter zum nächsten Punkt


15. Katholische Kirche

Bis 1793 fanden die katholischen Gottesdienste in der Schlosskapelle statt. Nach deren Zerstörung wich man in das provisorisch hergerichtete Gewächshaus aus. 1807 wurde der Grundstein für die heutige Kirche gelegt, 1812 wurde sie geweiht. Der Rokokohochaltar stammt vermutlich aus der früheren Schlosskapelle. Auf dem Verbindungsweg vom Bürgerbrunnen bis zum Mennonitenhof sind über 372 Initialen von Friedelsheimer Bürgern in Bronze eingelassen.

Dann auf der Hauptstraße, rechts nach etwa 20 Metern


16. Südlicher Torbogen und Mennonitenhof

Mennonitenhof, früher Münchhof (Mönchshof) von 1134 bis 1571 im Besitz des Klosters Limburg. Im Bauernkrieg 1525 verwüstet. Reste der Umfassungsmauern und Torbogen mit kurpfälzischem Wappen vom Wiederaufbau 1585 durch Pfalzgraf Johann Casimir. Ab 1665 verpachtete Kurfürst Carl Ludwig das Hofgut an zugewanderte Mennoniten im Erbbestand. 1803 konnten die Erbbeständer die gepachteten Gebäude und Grundstücke kaufen.

Der Hof war nach dem Prinzip eines Klostergutes angelegt. Alle Gebäude waren nur vom Innenhof zugänglich, an der Hauptstraße. lagen die Wohnungen, an der Burgstraße die Viehställe, im Osten die Scheunen. Teile der Umfassungsmauern sind noch überall sichtbar. Ein früher betriebenes »Waschhaus“ wurde in Eigen- initiative von Friedelsheimer Bürgern wieder aufgebaut.

In einer Hofmauer in der Burgstraße, etwa in der Mitte, ist ein kleines Portal aus der Zeit des Johann Casimir erhalten geblieben, das früher zur Burgvogtei führte. Seitlich befinden sich Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen, Sockel mit verwitterten Löwenköpfen, in den Säulen sind mehrere Steinmetzzeichen zu erkennen.

Einen Auszug aus der Friedelsheimer Chronik finden Sie auf der Hinweistafel auf dem Mennonitenhof. An historischer Stelle steht ein neues Backhaus mit Steinofen, erbaut 2004.


17. Schlossgelände

1462 wird das »Schloss Frydelsheim« urkundlich erwähnt. Kurfürst Friedrich l. verkaufte es an das Kloster Limburg. Von 1481 bis 1574 wechselte die Schlossherrschaft mehr mals zwischen den Grafen von Leiningen, den Herren Horneck von Weinheim, den Herren von Hirschhorn und dem Landsknechtsführer Sebastian Vogelsberger.

1575 übernahm der Pfalzgraf Johann Casimir das Schloss, baute es aus und legte einen »Tier- und Lustgarten« an. Im pfälzisch- französischen Erbfolgekrieg wurde es zerstört. 1700 - 1708 errichteten die Grafen von Wiser einen Neubau, der 1794 von französichen. Revolutionstruppen niedergebrannt wurde.


Erhalten sind ein Teil des Burgturms, das nördliche und südliche Tor, eine Sandsteinbrücke, das Portal zur Burgvogtei und einige in Wohnhäuser eingebaute Ornamente.


Nun können Sie wieder auf dem Bachpfad zurück zum Ausgangspunkt kommen.

... und zur Stärkung nach diesem Rundweg heißen Sie die Friedelsheimer Gaststätten zu einem guten Essen und zu erlesenen Pfälzer Weinen herzlich willkommen.